Weichen für das Probemodul

Leider ist uns zu spät aufgefallen, dass wir auf unserem Probemodul keine "verbogenen" Weichen eingeplant haben. Das hat sich in der Zwischenzeit geändert. Ein einfacher Gleiswechsel ziert nun unser Probemodul. Also zunächst im Plan und hoffentlich bald auch physisch. 

Aber warum sind die "verbogenen" Weichen so wichtig für uns. Und was meinen wir eigentlich mit "verbogener" Weiche?

Aus den einschlägigen Modellbahnkatalogen kennen Sie sicherlich die unterschiedlichen Weichentypen, die dort angeboten werden. Es gibt kurze Weichen,die nur langsam durchfahren werden könne und lange schlanke Weichen, die schnell durfahren werden können. Neben Einfachweichen (EW) gibt es noch Bogenweichen (Innenbogen-/Außenbogenweichen) und Doppelweichen (meistens als "Dreiwegeweichen" bezeichnet) sowie Kreuzungsweichen. Bei der großen Bahn im Maßstab 1:1 werden Einfachweichen als Einheitsbauformen gefertigt. Bogenweichen hingegen werden speziell für den Radius gebaut, der für eine bestimmte Kurve benötigt wird.

Da wir die Weichen nicht aus Einzelteilen bauen wollen, greifen wir auf eine Weiche von Tillig zurück, die ein flexibles Schwellenband hat. Der Bausatz muss unseren Bedürfnissen entsprechend so montiert werden, dass die von uns benötigte Weiche entsteht. 
Wichtig ist, dass man die Weichengeometrie dabei nicht verändern kann. Eine 9,4 Grad Weiche mit 7,5 Grad Herzstückwinkel ist und bleibt eben eine EW5. Ganz egal, ob ein Gleis gerade ist oder beide Gleise als Kurve konstruiert sind.

Anhand der normalen Geometrie wird also eine Weiche konstruiert, bei der das Hauptgleis dem Bogenverlauf der Hauptstrecke folgt. Wir biegen eine gerade Weiche zu einer Innenbogenweiche.

Da wir in unserem Bahnhof einige dieser gebogenen Weichen benötigen, ist es wichtig, hier Erfahrungen zu sammeln. Weichenbau will bestimmt auch gelernt sein; Bogenweichenbau ist bestimmt gleich noch ein bisschen schwieriger!

In unserer Planungssoftware Wintrack kann man eigene Symbole hinzufügen. So kann man unsere "Spezialweichen" mit in den Gleisplan aufnehmen. Damit die Geometrie der Weiche erhalten bleibt, haben wir uns ein Excelsheet erstellt, in dem man die Weichen in einem beliebigen Radius verbiegen kann. Für die Montage der Weiche benötigt man noch eine maßstabsgerechte Skizze des Schwellenbands. Hier kommt die Bogenweiche 1.1 bei uns zum Einsatz.  

Die zwei Bilder zeigen unser Probemodul mit den ausgedruckten Weichen.

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Beim zweiten Bild erkennt man, dass beide Gleisstränge im Bogen verlaufen. Der Radius wurde aus dem Plan abgenommen und die Weiche dementsprechend geformt.